Charlton Heston ist tot
Charlton Heston, bekannt aus Ben Hur, ist Tot. Er war eine Hollywood-Legende – und Amerikas prominentester Waffen-Lobbyist: Charlton Heston. Jetzt ist der Mann, im Alter von 83 Jahren gestorben.
Heston war englisch-schottischer Abstammung. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er zehn Jahre alt war, und er nahm den Familiennamen seines Stiefvaters Chester Heston an. Seine schulische Ausbildung absolvierte er an der “Stolp Grammar School” in seiner Heimatstadt, ehe er an der “New Trier High School” in Winnetka sein Talent für die Schauspielerei entdeckte. Daraufhin studierte er Schauspielerei an der Northwestern University, wo er auch erstmals in der Hauptrolle in einem Filmprojekt, einen 16mm-Stummfilm von Studenten über Henrik Ibsens Stück Peer Gynt, mitwirkte. 1949 folgte eine Adaption von Julius Caesar.
Heston arbeitete auch für das Radio, diente im Zweiten Weltkriegs drei Jahre bei der Air Force. Später arbeitete er als Model in New York, dort hatte er seine Ehefrau Lydia Clarke kennen gelernt, die im selben Beruf arbeitete. Heston zog mit seiner Ehefrau nach North Carolina, wo er in Asheville ein eigenes Theater leitete und dort auch auf der Bühne stand. 1947 kehrte er nach New York zurück, als er in Katharine Cornells Wiederaufnahme der Shakespeare-Tragödie Antonius und Kleopatra sein Debüt am Broadway gab. Einem breiten US-amerikanischen Publikum wurde er jedoch erst durch seine Interpretationen romantischer Helden in einzelnen Episoden (1949-1952) der erfolgreichen Fernsehserie Studio One bekannt, darunter die des Heathcliff (Sturmhöhe). Hollywood wurde daraufhin auf den Schauspieler aufmerksam und William Dieterle setzte ihn in seinem Film noir Stadt im Dunkel (1950) erstmals als jungen US-Kriegsheimkehrer in Szene, der als Spieler und Buchmacher zur Zielscheibe eines mysteriösen psychopathischen Killers wird.
Nach seinem Spielfilmdebüt avancierte Heston mit Rollen in Cecil B. DeMilles Oscar-prämierten Die größte Schau der Welt (1952) und dessen Monumentalfilm Die Zehn Gebote (1956) zu einem der erfolgreichen Schauspieler Hollywoods. Für letztgenannten Film erhielt Heston seine erste Nominierung für den Golden Globe Award. Mit einer Körpergröße von zwei Metern galt er als Idealbesetzung für Hollywoods Monumentalfilme der 1950er Jahre und gab Heroendarsteller in allen Genren ein Gesicht. Sein größter Erfolg war die Titelrolle in William Wylers elffachen Oscar-Sieger Ben Hur (1959), für die Heston den Academy Award als bester Hauptdarsteller entgegen nehmen durfte. In Erinnerung blieb der US-amerikanische Schauspieler, der in seiner Karriere in über 120 Film- und Fernsehrollen zu sehen war, dem Kino auch fast zehn Jahre später durch die Rolle des Raumschiff-Kapitäns George Taylor in Franklin J. Schaffners kultisch verehrten Science-Fiction-Film Planet der Affen (1967), dem eine Reihe von Sequels folgten.
Sporadisch trat Heston auch als Regisseur in Erscheinung. So führte er Regie und übernahm auch Hauptrollen bei Antonius und Cleopatra (1972, auch Drehbuch), dem Abenteuerfilm Goldfieber (1982) oder der Fernsehadaption von Robert Bolts erfolgreichem Theaterstück A Man for All Seasons (1988).
Von 1965 bis 1971 war Heston zudem Präsident der Screen Actors Guild, der amerikanischen Schauspieler-Gewerkschaft. Auch trat er als Präsident des American Film Institutes in Erscheinung. Als Theaterschauspieler war er noch im Jahr 1985 in Herman Wouks Die Meuterei auf der Caine im Londoner Queen’s-Theater zu sehen, mit dem er sein Debüt auf der englischen Bühne feierte. 1988 inszenierte er eine chinesische Version von Wouks Roman am Pekinger Volkstheater.
Filmografie
- 1941: Peer Gynt
- 1950: Julius Caesar
- 1950: Stadt im Dunkel (Dark City)
- 1952: Die größte Schau der Welt (The Greatest Show on Earth)
- 1952: Der weiße Sohn der Sioux (The Savage)
- 1953: Gefährtin seines Lebens (The President’s Lady)
- 1953: Die Outrider (Pony Express)
- 1953: Bestie der Wildnis (Arrowhead)
- 1953: Wenn die Marabunta droht (The naked jungle)
- 1954: Geheimnis der Inkas (Secret of the Incas)
- 1956: Die zehn Gebote (The Ten Commandments)
- 1956: Rivalen ohne Gnade (Three violent People)
- 1958: Im Zeichen des Bösen (Touch of evil)
- 1958: König der Freibeuter (The Buccaneer)
- 1958: Weites Land (The Big Country)
- 1959: Ben Hur (Ben-Hur)
- 1961: El Cid
- 1963: Der König von Hawaii (Diamond head)
- 1963: 55 Tage in Peking (55 Days at Peking)
- 1964: Sierra Charriba (Major Dundee)
- 1964: Michelangelo – Inferno und Ekstase (The Agony and the Ecstasy)
- 1965: Die größte Geschichte aller Zeiten (The Greatest Story Ever Told)
- 1965: Die Normannen kommen (The War Lord)
- 1966: Khartoum
- 1968: Planet der Affen (Planet of the Apes)
- 1970: Rückkehr zum Planet der Affen (Beneath the Planet of the Apes)
- 1969: Herrscher der Insel (The Hawaiians)
- 1970: Julius Caesar
- 1971: Der Omega-Mann (The Omega Man)
- 1972: Ruf der Wildnis (Call of the Wild)
- 1972: Endstation Hölle (Skyjacked)
- 1973: Jahr 2022… die überleben wollen (Soylent Green)
- 1973: Die drei Musketiere (The three Musketeers)
- 1974: Erdbeben (Earthquake)
- 1974: Giganten am Himmel (Airport 1975)
- 1974: Die vier Musketiere – Die Rache der Mylady (The Four Musketeers)
- 1976: Schlacht um Midway (Midway)
- 1976: Zwei-Minuten-Warnung (Two-Minute Warning)
- 1976: Der letzte der harten Männer (The Last Hard Men)
- 1978: U-Boot in Not (Gray Lady Down)
- 1980: Duell am Wind River (The Mountain Men)
- 1982: Goldfieber (Mother Lode)
- 1989: Call from Space
- 1990: Die Schatzinsel (Treasure Island)
- 1990: Starfire (Solar Crisis)
- 1992: Katastrophenflug 232 (Crash Landing: The Rescue of Flight 232)
- 1992: Symphony for the Spire
- 1993: Tombstone
- 1994: True Lies – Wahre Lügen (True Lies)
- 1999: Gideon
- 2001: Stadt, Land, Kuss (Town & Country)
- 2003: Rua Alguem 5555: My Father
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