Dolby Digital
Dolby Digital (auch ATSC A/52 und AC-3) ist ein Mehrkanal-Tonsystem der Firma Dolby, das in der Filmtechnik (Kino), auf Laserdiscs, DVDs und in der Fernsehtechnik zum Einsatz kommt. Im Bereich Kino und DVD sind die direkten Konkurrenten DTS und SDDS (SDDS nur Kino). Dolby Digital unterstützt bis zu sechs diskrete Kanäle und verwendet ein psychoakustisches, verlustbehaftetes Verfahren zur Datenkompression.
Das Format wurde vom Advanced Television Systems Committee mit der Dokumentnummer A/52 international standardisiert und trägt somit offiziell den Namen ATSC A/52. Dolby Digital ist der Marketingname (oft abgekürzt zu DD). AC-3 schließlich bezeichnet das Bitstream-Format (Adaptive Transform Coder 3) und hat sich ebenfalls als Bezeichnung eingebürgert. Daher kommt auch die typische Dateiendung .ac3.
Der erste offizielle Kinofilm in Dolby Digital war Batmans Rückkehr 1992. Es gab aber schon vorher in den USA einige Testkopien in Dolby Digital (unter anderem Star Trek VI: Das unentdeckte Land).
1995 wurde Dolby Digital als Audioformat für die DVD festgelegt. Außerdem erschien die erste Laserdisc mit diesem Tonformat.
Der erste in Deutschland erhältliche Receiver für den Heimbereich der Dolby Digital unterstützte war der Kenwood kr-v990d und kam im Mai 1996 auf den Markt.
Dolby Digital umfasst bis zu sechs Kanäle. Im einzelnen sind das:
* Vorne links und rechts,
* Vorne Mitte (Center),
* Hinten links und rechts (Surroundkanäle),
* LFE (Low Frequency Effects; Subwoofer).
Die häufigsten Kanalkonfigurationen sind:
* Dolby Digital 5.1 mit allen sechs Kanälen. Häufigstes Format für die Haupttonspuren einer DVD.
* Dolby Digital 2.0 mit zwei Kanälen (Stereo), teilweise sind auch Dolby-Pro-Logic-Informationen enthalten. Häufigstes Format für zusätzliche Tonspuren der DVD, wie Audiokommentare.
* Dolby Digital 2.1 mit drei Kanälen gesamt davon zwei (Stereo), und dem *LFE (Low Frequency Effects; Subwoofer).
* Dolby Digital 1.0 mit einem Kanal (Mono). Manchmal anzutreffen als Audiospur für die DVD-Ausgabe sehr alter Filme.
Die volle Kanalausstattung wird als 5.1-Ton bezeichnet, da nur die ersten fünf Kanäle das komplette mögliche Frequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz wiedergeben. Der LFE-Kanal ist auf Tieftoneffekte zwischen 20 und 120 Hz beschränkt.
Dolby Digital arbeitet mit diskreten Kanälen, d.h. alle Kanäle sind vollständig und prinzipiell unabhängig. Im Gegensatz dazu steht z.B. Dolby Pro Logic, das in einem Stereosignal per Matrixcodierung vier Kanäle verschlüsselt.
Das Audiosignal wird in seiner Dynamik nicht komprimiert. Aufgrund der großen Kanalanzahl, der hohen Abtastrate von 48 kHz und der möglichen Auflösung zwischen 16 und 24 Bit fällt in unkomprimierter Form eine enorme Menge an Audiodaten an. Für die Tonspur eines zweistündigen Films liegt der Platzbedarf bei ungefähr 4 GB, was etwa der halben Speicherkapazität einer Double-Layer-DVD entspricht. Deshalb arbeitet Dolby Digital mit einer verlustbehafteten Datenkompression. Das verwendete Kodierungsverfahren heißt AC-3 und wird im Standard ATSC A/52 beschrieben. Die Komprimierung basiert – wie beispielsweise auch bei MP3, Vorbis und AAC – auf der Tatsache, dass das menschliche Ohr bestimmte Toninformationen nicht wahrnimmt (siehe Psychoakustik).
AC-3 unterstützt Bitraten zwischen 32 und 640 kbit/s (Kilobit pro Sekunde). Auf einer DVD werden für 5.1-Ton gewöhnlich 384 oder 448 kbit/s verwendet, für Stereoton 192 oder 224 kbit/s. Im Kino liegt die Datenrate bei 320 kbit/s.
Dolby Digital Intro
Literatur
- Thomas Görne: Tontechnik. 1. Auflage, Carl Hanser Verlag, Leipzig, 2006, ISBN 3-446-40198-9
- Roland Enders: Das Homerecording Handbuch. 3. Auflage, Carstensen Verlag, München, 2003, ISBN 3-910098-25-8
Auch leicht abgewandelte Bezeichnungen wie Dolby Stereo Digital oder Dolby SR-Digital und einige andere werden verwendet.
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